Stockfoto für Babyschwimmen

Ein Interview mit Monika Kraus, einer staatlich geprüften Gymnastiklehrerin und Entspannungspädagogin, die mit Herz und Leidenschaft die Knirpse beim Babyschwimmen anleitet.

Wohlige 33 Grad und schwebende Leichtigkeit. Wasser ist für Babys das liebste Element und bietet ihnen den größten Bewegungsanreiz. Dabei erlaubt ihnen die Schwerelosigkeit Bewegungen, die an Land noch nicht möglich sind. Wir haben mit Monika Kraus gesprochen, die als staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin und Entspannungspädagogin mit Herz und Leidenschaft Babyschwimmkurse leitet. Sie hat uns Antworten auf viele Fragen rund um das Babyschwimmen, Tauchen und Babysauna gegeben. Und obendrauf gibt`s eine Checkliste, was Sie auf jeden Fall für den kleinen Knirps mitnehmen sollten.

Wofür ist das Babyschwimmen gut und wie wirkt es sich auf die späteren Schwimmkünste aus?

Alle profitieren vom Babyschwimmen: Eltern wie Kinder, Großeltern und Geschwister. Es ist eine wertvolle, gemeinsam verbrachte Zeit. Schwimmen ist prinzipiell eine Wohltat für Körper und Seele, auch bei kleinen Menschen. Die Babys werden in ihrer Entwicklung dreifach gefördert:

  • Motorisch – d. h. Babyschwimmer erarbeiten sich einen beachtlichen Aktionsradius, verfügen über eine bessere Steuerung und Koordination ihrer Bewegungen und haben einen ausgeprägteren Gleichgewichtssinn und ein intensiveres Körpergefühl
  • Kognitiv – was sich in einer höheren Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und erhöhtem Reaktionsvermögen äußert
  • Sozial – Babyschwimmen wirkt sich positiv auf die Kontaktfreudigkeit der kleinen Racker aus. Meist sind sie kontaktfreudiger, zielstrebiger, selbstständiger, selbstbewusster, motivierter und stellen sich schneller auf Ungewohntes ein

Das Urelement Wasser ist den Kindern vertraut. Sie werden beim Schwimmen lernen, Wasserscheu oder Ängste vor dem Untergehen abzubauen. Ob sie gute Schwimmer im sportlichen Sinne werden, kann man nicht beantworten. Aber die Weichen zur Freude an Bewegung im Wasser sind auf jeden Fall gestellt.

Gibt es Stimmen unter den Eltern, die gegen das Chlor im Wasser für Kleinkinder sprechen? Und wie entgegnet man diesen?

Die meisten Eltern haben deshalb kaum Bedenken. In Schwimmbädern mit dem Angebot Babyschwimmen wird akribisch auf die Wasserqualität geachtet. Es wird desinfiziert, aufbereitet und kontrolliert, um die Gefahr von schädlichen und krankheitserregenden Bakterien einzudämmen und Viren zu inaktivieren. Das Wasser hat Trinkwasserqualität. Das für die Schwimmbadtechnik verantwortliche Personal untersucht deshalb dreimal täglich entnommene Wasserproben. Das Gesundheitsamt führt monatlich mikrobiologische Beckenwasseruntersuchungen durch.

Wie findet man einen guten Baby-Schwimmkurs und worauf ist zu achten?

Jedes größere Schwimmbad müsste auf seiner Website Angebote haben. Wichtig für das Babyschwimmen ist die Wassertemperatur. Sie sollte ca. 31 bis 34 Grad Celsius betragen, da sonst die Kleinen zu schnell auskühlen. Ein Planschen im warmen Wasser macht natürlich auch mehr Spaß. Ansonsten gibt es häufig Angebote und auch Schnuppergutscheine regionaler Anbieter nach der Entbindung in den Willkommenspaketen der Krankenhäuser. Sehr gut funktioniert aber auch die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Ab wann darf man mit dem Babyschwimmen beginnen?

Ab der 12. Lebenswoche, wenn die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Außerdem sollte das Kind natürlich gesundheitlich stabil sein. 

Wie läuft das Babyschwimmen ab? 

Bei aller Euphorie sollte man nicht zu viel von sich und seinem Kind erwarten. Wichtig ist das intensive gemeinsame Erleben im Wasser, der Leistungsanspruch steht hinten an: Das Kind muss nichts, es darf.

Im Vordergrund steht die Wassergewöhnung, d. h. Gießen, Spritzen und Schöpfen. Außerdem werden Kontaktspiele gemeinsam mit den anderen Babyschwimmern praktiziert. Durch bestimmte Haltegriffe in Bauch- und Rückenlage wird die Eigenbewegung des Babys im Wasser angeregt. Auch Tauchen steht auf dem Programm. Zusätzlich wird dem Baby Spielzeug angeboten, um ein Wassererlebnis mit allen Sinnen zu gewährleisten.

Wie verhält sich ein Baby beim ersten Schwimmversuch?

Das ist ganz unterschiedlich. Mehrheitlich aber geben sich die Babys ganz entspannt und fühlen sich sichtlich wohl im Wasser. In seltenen Fällen ist das Kind durch die ungewohnte Umgebung verunsichert und ängstlich, beruhigt sich aber generell sehr schnell, wenn sich Mutter und Kind etwas zurück ziehen, langsam durch das Wasser gehen und ruhig am Geschehen teilnehmen.

Darf ein Baby tauchen? Wie läuft das Tauchen ab?

Tauchen ist ein Grundelement des Babyschwimmens und je früher damit angefangen wird, desto besser. Dann greift noch der angeborene Atemschutzreflex, der verhindert, dass Wasser in die Lunge strömt. Dieser verliert sich allerdings im Laufe des ersten Lebensjahres. Ein Kind darf nie zum Tauchen gezwungen werden. Deshalb testen wir jede Stunde die Bereitschaft des Kindes mit dem „Gusstest“. Das Kind wird langsam stetig ansteigend bis zu einem Vollguss mit Wasser über den Kopf begossen. Die Reaktion des Kindes ist dann entscheidend für das anschließende Tauchen. Ist die Reaktion positiv bis neutral, steht einem Tauchgang nichts im Wege. Weint das Kind, herrscht Tauchverbot für diese Stunde.

Bei uns ist Tauchen mit einem Kreisspiel verbunden. Kommt es zum Tauchgang, werden bewusste Reize zur Vorbereitung gesetzt. Das heißt, die Kinder werden zum einen aus dem Wasser heraus gehoben, was eine Lageveränderung und einen Kältereiz mit sich bringt, zum anderen wird ihnen ins Gesicht gepustet, was sie dazu bringt den Atem anzuhalten. Erst dann werden sie untergetaucht. Es gibt aber viele unterschiedliche Varianten des Tauchens. 

Ab wann darf ein Baby tauchen?

In meinen Kursen ab der zweiten Stunde, denn in der ersten Stunde ist noch alles neu und aufregend, von der Umgebung, den Mitschwimmern und der Lautstärke. Die Kinder sollen nicht gleich überfordert werden. Ausschlaggebend ist jedoch immer der Gusstest.

Was unterscheidet das Babyschwimmen vom Kinderschwimmen?

Das Alter der Kinder ist das entscheidende Kriterium. Das Kleinkindschwimmen startet mit ca. einem Jahr, wenn die Kinder beginnen zu laufen und immer mehr Eigenaktivität entwickeln. Der Beckenboden wird hierbei auf Planschbeckenniveau angehoben, d. h. die Kinder können sich selbstständig bewegen, im Wasser laufen und werden weniger getragen und gehalten. Elemente aus dem Babyschwimmen werden zwar wiederholt, aber die Stunde ist etwas offener konzipiert, sodass sich das Kind ausleben kann. Es bestimmt mit welchem Spielzeug es spielt und wie lange. Experimentieren steht hoch im Kurs, erste Reaktions- und Wettspiele werden angeboten.

Wie läuft die Baby-Sauna ab und wie verhalten sich die Kinder?

Die Kinder tragen hier normale Windeln aus hygienischen Gründen und liegen entweder auf einem Handtuch in der Biosauna, die maximal 60 bis 70 Grad hat, oder werden von ihren Eltern gehalten. Der erste Saunagang sollte fünf Minuten nicht überschreiten und findet nur bei trockener Wärme statt, also ohne Aufguss. Anschließend wird die erste Abkühlung der Hautoberfläche durch einen Rundgang an der frischen Luft erzielt. Für Kinder eignet sich ein Kapuzentuch, das über den Kopf gelegt wird, ansonsten sollte Luft an die Haut kommen. Danach wird mit kaltem Wasser ein Guss auf Beine und Arme gemacht, Brust und Gesicht werden befeuchtet.

Die Kinder sind meist sehr entspannt. Wenn das Baby sein Unbehagen ausdrückt, sollten die Eltern mit ihm die Sauna verlassen und es zu einem anderen Zeitpunkt wieder versuchen.

Wie sollte der Tag im Optimalfall für Mama / Papa und Kind enden?

Im Optimalfall endet der Tag ausgeglichen und ruhig, denn Bewegung im Wasser tut gut, strengt aber auch an.

Mit FEILER für ein gutes Baby-Gefühl  

Das Unternehmen Feiler bietet auch für Kinder hochwertige Frottier- und Chenille-Badartikel „Made in Germany“. Im Sortiment befinden sich Hand- und Kapuzentücher. Aber auch Bademäntel für die Kleinsten sorgen für den richtigen Wohlfühl-Faktor.

Besonders passend bei einem Aufenthalt im Schwimmbad ist das Dessin MARINA, das mit niedlichen Wassermotiven den Kindern und ihren Eltern große Freude bereitet.

 

Bildquelle:
ID 476366396: Bicho_raro / Essentials Kollektion / iStock.com

2019-11-26T09:44:32+01:00November 29th, 2016|Junior|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Ina 19. Mai 2019 um 13:26 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Babyschwimmen ist eine wunderbare Erfahrung für das Baby und die Eltern. Wenn man es richtig angeht, kann es wirklich Spaß machen.
    Beste Grüße,
    Ina

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